Skip to content Skip to sidebar Skip to footer

Die Gemälde und Zeichnungen des lange in Fürth ansässigen Malers Klaus „Whisky“ Schmidt (15.1.1938, Teplitz – 9.2.2021, Berlin) lassen sich weder stilistisch noch inhaltlich in eine Schublade stecken und wirken angesichts der momentanen Weltlage aktueller denn je.

Klaus Schmidt oder Klaus von Teplitz, wie er sich seit 1994 nach seinem Geburtsort nannte, war Meisterschüler bei Oskar Kokoschka und „Maler, nicht Künstler.“ Der Unterschied bestehe laut Schmidt darin, dass er malen musste, um Missstände anzuprangern und den Zerfall der Gesellschaft zu dokumentieren. Malerei war für ihn das Leben selbst oder der Versuch Leben zu gestalten, immer im Bewusstsein des Memento mori. Schmidt, der unter anderem an der Münchner Kunstakademie studiert hatte, lebte und arbeitete über drei Jahrzehnte in Fürth, wo er als Kunstlehrer und freischaffender Maler tätig war. Anschließend folgten Arbeitsphasen und zahlreiche Ausstellungen in Italien, Prag und Berlin, wo er 2021 verstarb.

Laster, Vorurteile und Aberglaube, bildhafte Assoziationen, vermeintliche Anklänge an Landschaften oder historische Begebenheiten – sind es (Alb-)Träume oder theaterhafte Szenen, die von Teplitz mit kraftvollem Pinselstrich in Szene setzt? Klug und mit meisterlichem Können flicht er immer wieder Zitate aus der (Kunst-) Geschichte in seine Werke ein. Die Fürther Kulturobrigkeiten störten sich jedenfalls an den Fratzen und Monstern, lüsternen Popen und apokalyptischen Schauplätzen. Sie ignorierten den mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Maler weitgehend, der als Persönlichkeit eine Bekanntheit in der Fürther Szene war. Wie gut, dass der Betrachter aktuell die Möglichkeit hat, einen Großteil seiner beispielsweise von Dalí und Picasso, Goya und Tintoretto beeinflussten Werke neu auf sich wirken zu lassen.