Klaus Schmidt - aka Whisky Schmidt
Klaus Schmidt, geboren 1938 in Teplitz-Schönau, floh nach dem Krieg mit seiner Familie aus der Tschechoslowakei und landete zunächst in einem Flüchtlingslager, bevor sie ins Allgäu zogen. Nach dem Abitur studierte er Englisch und Latein zum Diplom-Dolmetscher, spielte Fußball in der Bayernliga und entdeckte die Kunst zufällig vor der Münchner Akademie, wo er von 1958 bis 1963 freie Malerei lernte. Als Meisterschüler bei Oskar Kokoschka in Salzburg gewann er Preise und arbeitete danach in England, Italien und Deutschland, bevor er 1969 als Kunsterzieher und Englischlehrer am Hardenberg-Gymnasium in Fürth landete.
... und seine Fürther Geschichte
Klaus Schmidt war der Inbegriff des unkonventionellen Künstlers: Maler, Zeichner, Kunstlehrer (1969–1979 in Fürth), Dolmetscher und notorischer Kneipenphilosoph – immer mit Pinsel in der einen und einem ordentlichen Schluck in der anderen Hand. In Fürth lebte und wirkte er jahrzehntelang als wandelnde Lokal-Legende, die zwischen Schulstunden, ausgedehnten Reisen und freier Kunst pendelte, ohne je den großen kommerziellen Durchbruch (oder den Wunsch danach) zu suchen. Seine Bilder? Meistens in Gaststätten, Hinterhöfen und Fabriketagen gelandet – genau dort, wo die echte Fürther Seele wohnt.
Sein Markenzeichen: der Spitzname „Whisky-Schmidt“, der nicht von ungefähr kam. Der Mann malte nicht nur, er trank seine Inspiration – und manchmal auch gleich die Farbe mit. Trotzdem (oder gerade deshalb) hängen bis heute echte Whisky-Schmidt-Werke in Fürther Kultkneipen wie der Amm’schen Wirtschaft oder über der Tür der „Stadt Venedig“ – und wer genau hinschaut, erkennt sofort: Das ist kein Rembrandt, das ist Fürth pur!
Besonders eng verbunden war er über Jahrzehnte mit Walter Gerstung, dem anderen Fürther Maler-Urgestein. Die zwei waren quasi die Pinsel-Brüder: Fürth-Jungs durch und durch – mit viel Farbe, noch mehr Kneipenabenden und gelegentlich einem (oder mehreren) Whisky zu viel. Eine Freundschaft, die hielt, bis der eine den Pinsel aus der Hand legte.
Und dann die Stanzerei Spahn – die langjährige zweite Heimat von Klaus. In der alten Fabrikhalle (heute gelegentlich für Kultur-Events genutzt) hingen und hängen seine Bilder wie Heiligtümer an den Wänden. Der „Frontmann“ der Spahn-Crew (und die ganze Bande drumherum) hat ihn nicht nur ertragen, sondern geliebt – und seine Werke bis heute bewahrt. Aktuell kann man echte Whisky-Schmidt-Schätze sogar käuflich erwerben, um den guten Zweck zu unterstützen: einfach eine Mail an galerie@galerie-klaus-schmidt.de schicken. Wer weiß – vielleicht hängt bald ein echtes Original bei dir zu Hause und grinst dich an, während du dir einen Whisky einschenkst. Prost, Klaus!
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